Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Merulempista Cingillella

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pyralidae (Zünsler)
EU M-EU 05746 Merulempista cingillella (ZELLER, 1846) - Tamarisken-Schmalzünsler

1-2: Österreich, Tirol, Nordtirol, Pfunds / Lafairs SE, linkes Innufer, 950 m, 13. August 2015 (leg. & det. Peter Huemer, Foto: A. Eckelt) [Forum]


Raupe

1-3: Österreich, Osttirol, St. Johann i. Walde, Alluvionen der Isel, 760 m, 18. Juni 2017, leg. Toni Mayr, tagsüber aus Beständen der Deutschen Ufer-Tamariske (Myricaria germanica) geklopft (cult., det. & fot.: Helmut Deutsch) [Forum]



Diagnose

Weibchen

1, ♀: Österreich, Osttirol, St. Johann i. Walde, Alluvionen der Isel, 760 m, 11. Juni 2017, tagsüber aus Beständen der Deutschen Ufer-Tamariske (Myricaria germanica) gescheucht (leg., det. & fot.: Helmut Deutsch) [Forum]


Geschlecht nicht bestimmt

1: Rumänien, Donaudelta, Partizan, 16 m, Lichtfang, 27. Juli 2005 (leg., det. & Foto: Friedmar Graf) [Forum]
2 & 3 (zwei Individuen): Österreich, Osttirol, St. Jakob im Defereggental, 1400 m, 19. Juni 2005 (leg., det. & Foto: Helmut Deutsch)


Erstbeschreibung

ZELLER (1846: 779-780) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Lebensweise des Falters

Nach SCHMID (2019: 730) saugen die Falter gerne an Blüten der Raupennahrungspflanze Myricaria germanica.


Habitat

1: Österreich, Osttirol, St. Johann i. Walde, Alluvionen der Isel, 760 m, mit Beständen der Deutschen Ufer-Tamarsike (Myricaria germanica), 18. Juni 2017 (fot.: Eva Benedikt) [Forum]


Nahrung der Raupe

SCHÜTZE (1931) konnte auf Bekanntes zurückgreifen und zur Raupe schreiben: "Myricaria (Tamarix) [...] Raupe September bis Frühjahr [...] In den reifen Samenkapseln in einem sehr feinen seidigen Schlauch, an dessen äußerstem Ende sich die Samenwolle anhängt, überwintert in länglicher haariger Hülle, in welche sie Sandkörnchen und Holzspänchen einwebt (Kaltenbach). Süddeutschland."
SCHMID (2019: 730) nennt ebenfalls Myricaria germanica als Nahrungspflanze in den Alpen und ergänzt: "Die Eier werden an die Blüten abgelegt (1), die Raupe lebt zuerst in den Blüten, wo sie in den Fruchtknoten eindringt (3). Später verspinnt sie die Samenstände zu einer Röhre, von wo aus sie die samen verzehrt (4, 5). Erwachsen fertigt sie wenn möglich im Inneren eines dürren Ästchens einen dichten, zähen Kokon an, in dem sie überwintert und sich im Frühling verpuppt (8-10)." Die Ziffern stehen dabei für erläuternde Fotos.



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„cingillum Gürtelchen.“
SPULER 2 (1910: 211L)


Andere Kombinationen


Faunistik

Nach GAEDIKE & HEINICKE (1999) in Deutschland nur mit Angaben von vor 1980 aus Bayern bekannt. Dort wurde die Art von PRÖSE et al. (2003)[2004] mit "0 - ausgestorben oder verschollen" für die Regionen "Tertiär-Hügelland und voralpine Schotterplatten" und "Alpenvorland und Alpen" in die Rote Liste aufgenommen. NUSS (2012) erläutert zu seiner Einstufung als in Deutschland "erloschen oder verschollen": "Auch in Österreich extrem selten. Die Larvennahrungspflanze Myrica germanica ist durch Flussverbauung sehr stark gefährdet ... Die Art kam in Bayern in den Lechauen vor."

SCHMID (2019: 730) fasst die mit der Verbauung der Flüsse zunehmend dramatische Situation der Art in den Alpen zusammen: "[...] in den Alpen extrem lokal und vom Aussterben bedroht. In Deutschland verschwunden, in Österreich nur noch an einem Fundort nachgewiesen, in der Schweiz auf wenige Populationen beschränkt."

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pyralidae (Zünsler)
EU M-EU 05746 Merulempista cingillella (ZELLER, 1846) - Tamarisken-Schmalzünsler art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am Februar 19, 2020 0:04 von Erwin Rennwald
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