Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Mniotype Adjaciensis

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EU 09743b Mniotype adjaciensis LERAUT, 2019 Artberechtigung fraglich!



Diagnose

Männchen

1-2 und 3-4, zwei ♂♂: Daten siehe Etiketten (coll., det. & Fotos: Egbert Friedrich). Anmerkung E. Rennwald (4. Juni 2020): Die Falter wurden als Mniotype spinosa bestimmt, wohin sie bei Ablehnung der M. adjaciensis als eigene Art sicher auch gehören.


Weibchen

1-2 und 3-4, zwei ♀♀: Daten siehe Etiketten (coll., det. & Fotos: Egbert Friedrich). Anmerkung E. Rennwald (4. Juni 2020): Die Falter wurden als Mniotype spinosa bestimmt, wohin sie bei Ablehnung der M. adjaciensis als eigene Art sicher auch gehören.



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

LERAUT (2019: 118) teilt mit: "Derivatio nominis: from Adjacium (Ajaccio)". Die Art wurde also nach dem Typenfundort auf Korsika benannt.


Taxonomie und Faunistik

FIBIGER et al. (2010) trennten Mniotype spinosa und M. occidentalis voneinander. Zu M. occidentalis gehörten demnach die Vorkommen in Spanien, zu M. spinosa diejenigen im zentralen Mittelmeerraum, hier also insbesondere Korsika und Sardinien. LERAUT (2019: 118) trennte dann die Tiere von Korsika weiter als eigenständige Art ab; Grundlage dafür waren eine etwas andere Farbe der Hinterflügel und (nicht im Detail erklärte, nur per schematischer Strichzeichnung dargestellte) Genitalunterschiede zu den Vergleichsarten. Die nordafrikanische M. spinosa wäre nach seiner Karte in Europa auf Sizilien und Sardinien beschränkt, im Text steht zu Europa aber: "Sicily, Montecristo, Pantelleria, Capri, perhaps also Sardinia (one other species in Corsica)". M. adjaciensis wäre laut Karte auf Korsika beschränkt, im Text heißt es aber: "Corsica. This species may also be present in Sardinia (needs checking), however it is highly unlikely that it could be found in Sicily." LERAUT (2019) lagen für seinen Vergleich offensichtlich nur Exemplare von Korsika und von Algerien (also auch nicht von Gafsa in Tunesien, dem Typenfundort von M. spinosa) vor. Die Fundorte dazwischen wurden FIBIGER et al. (2010: 219) entnommen. Auf dieser Grundlage erscheint die Abtrennung einer neuen Art auf morphologisch kaum begründeter Grundlage ganz ohne Berücksichtigung von Barcoding-Ergebnissen doch reichlich gewagt.

Eine formale Synonymisierung der "neuen" Art wurde meines Wissens bisher noch nicht vorgenommen. Dass man auch in Frankreich erhebliche Zweifel an der Beschreibung der Korsika-Tiere als eigene Art hat, wird auf der Artseite von Mniotype spinosa auf [Lepinet.fr] deutlich. Dort ist (am 4. Juni 2020) unter der Überschrift "Mniotype spinosa Chrét. ( = Mniotype adjaciensis Lrt)" zu lesen: "Répartition française : Corse. Commentaires : Statut à préciser. Selon Fibiger et al. (2010), M. spinosa est une espèce essentiellement nord-africaine, qui dans notre pays ne se trouverait qu'en Corse. Leraut (2019) traite quant à lui les populations corses comme une espèce à part, M. adjaciensis, caractérisée par des tirets noirs plus marqués sur les nervures des postérieures du mâle. Les espèces M. solieri, M. spinosa, M. occidentalis ne peuvent être séparées que par un examen attentif des genitalia. Le taxon adjaciensis présenterait des spécificités dans les genitalia mâles, difficiles à apprécier sur les figures miniatures présentées par son auteur."


Typenmaterial

LERAUT (2019: 118) schreibt zum Holotypus: "Holotype male, Corsica, Ajaccio, 11 October 1975 (Ch. Rungs) (gen. prep. P. Leraut n° 16763 (MNHN, Paris)." Die Paratypen stammen ebenfalls von Korsika, nämlich wiederum Ajaccio, Ciamanacce und Evisa.

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Noctuidae (Eulenfalter) / Xyleninae, Tribus Xylenini, Subtribus Antitypina
EU 09743b Mniotype adjaciensis LERAUT, 2019 Artberechtigung fraglich! diagnosebild-eu

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Letzte Änderung am Juni 4, 2020 22:20 von Erwin Rennwald
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