Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Phtheochroa Schawerdae

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Tortricidae (Wickler, Blattroller)
EU 04211 Phtheochroa schawerdae (REBEL, 1908)



Diagnose

Geschlecht nicht bestimmt

1-2: Slowenien, Daten siehe Etiketten (fot.: Michel Kettner), coll. ZSM, "Klimesch-Sammlung"
Anmerkung: Dieses Bild war im Lepiforum bis zum 11. Dezember 2017 unter Phtheochroa frigidana abgelegt. Nach der Auftrennung des Komplexes in 5 Arten gehört es nach P. Huemer vermutlich (!) am ehesten zu P. schawerdae - Tiere aus Slowenien wurden aber bisher nicht untersucht! Möglich erscheint hier auch Zugehörigkeit zu einer noch unbeschriebenen Art.


Erstbeschreibung

REBEL in SCHAWERDA (1908: (255)-(256)) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]


Beschreibung als Euxanthis drenowskyi

REBEL (1916: 42-43) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Nahrung der Raupe

Noch unbekannt! Die Nahrung der Raupe konnte bisher für keine der fünf Arten des P. frigida-Komplexes ermittelt werden.



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme


Taxonomie und Faunistik

Besteht der Komplex aus Phtheochroa frigidana (GUENÉE, 1845) und Phtheochroa drenowskyi (REBEL, 1916) aus ein oder zwei Arten? Aus (mindestens) fünf lautete die Antwort von ZLATKOV & HUEMER (2017)! Wieder einmal haben die Genetiker beim Barcoding kryptische Diversität gefunden. Innerhalb der Regionen ist die Variabilität gering, auf große Strecken größer. Und weil es große Verbreitungslücken gibt, gibt es auch große genetische Abstände. Wir haben es also mit allopatrischer kryptischer Diversität zu tun. Aber sind das deswegen gleich unterschiedliche Arten? Mit Kreuzungsversuchen ist es nicht ganz einfach. Nun, die genetischen Abstände beim Barcoding von 3,69% bis 6,11% zwischen den 5 Arten ist beträchtlich und als Hinweis darauf zu verstehen, dass die Arten schon seit dem frühen Pleistozän voneinander getrennt sind. Und wenn sie so lange getrennt sind, dann darf man auch weitere Unterschiede erwarten, etwa bei den Genitalien. Letzteres wurde durch die Autoren bestätigt: Die Genitalunterschiede sind nicht groß, aber immerhin deutlich und konstant. Die Arten können also auch mit klassischen Methoden voneinander getrennt werden.

Der Komplex besteht - von West nach Ost - jetzt aus P. cantabriana sp. nov. (Kantabrische Gebirge), P. frigidana (GUENÉE, 1845) (Pyrenäen), P. alpinana sp. nov. (Südwest-Alpen), P. apenninana sp. nov. (Apenninen) und Phtheochroa schawerdae (REBEL, 1908) comb. nov. (Dinarische Gebirge, Rila Gebirge, Pirin Gebirge).

Nach ZLATKOV & HUEMER (2017) handelt es sich bei Euxanthis drenowskyi REBEL, 1916 um ein jüngeres Synonym von Conchylis schawerdae REBEL in SCHAWERDA, 1908.

Derzeit schwierig zu beurteilen sind 2 Tiere aus Slowenien, von ihren Entdeckern beide als "Phtheochroa frigidana" determiniert. LESAR et al. (2009) hatten die Art als neu für Slowenien gemeldet: "KUCELJ V TRNOVSKEM GOZDU: 27.6.1998, 1 Ex. [Habeler]". Doch wie unser oben gezeigter Diagnosefalter zeigt, hatte J. Klimesch die Art schon 21 Jahre früher gesammelt - der Beleg findet sich in den Zoologischen Staatssammlungen München und trägt das Etikett: "Mte Čaven pr. Ajdovščina 1300 m, 19.6.71 J. Klimesch". Kucelj und Čaven liegen nur wenige Kilometer auseinander. ZLATKOV & HUEMER (2017) hatten erst spät von den Nachweisen in Slowenien erfahren und sie so nicht mehr in ihr Untersuchungsprogramm einbeziehen können. Zu ersterer Meldung vermuten sie "A record from the Slovenian Alps (as P. frigidana) (LESAR et al. 2009) is doubtful and may refer to P. schawerdae". Dies ist aber nur eine begründete Vermutung; P. Huemer (E-Mail 11. Dezember 2017 an E. Rennwald) empfiehlt, die beiden Tiere näher zu untersuchen und dabei möglichst auch Barcoding einzusetzen. Nach den Erfahrungen mit den anderen 5 Arten des Komplexes muss hier prinzipiell auch mit der Möglichkeit gerechnet werden, dass es sich um eine weitere noch unbeschriebene Art des Aggregats handeln könnte. KOVÁCS et al. (2020) scheinen das ebenfalls so zu sehen, denn sie verwenden in ihrer Verbreitungskarte mit den bis dahin 6 Arten der Gruppe für den Fund in Slowenien eine eigene Farbgebung in ihrer Karte.

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am Mai 1, 2021 16:37 von Jürgen Rodeland
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