Spatalia Argentina

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Notodontidae (Zahnspinner)
EU M-EU 08762 Spatalia argentina ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) - Silberfleck-Zahnspinner

1: Österreich, Niederösterreich, Guntrams/Schwarzau, 17. Mai 2002 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
2: Spanien, Pyrenäen, Alquézar-Sierra de Guara, 18 Mai 2004 (Foto: Allan Liosi), conf. Wolfgang A. Nässig [Forum]
3,♂: Daten s. Raupe 1, e.o. Zucht, Schlupf am 6. Mai 2006 (Foto: Thomas Fähnrich), det. Thomas Fähnrich [Forum]
4: Schweiz, Tessin, Cavigliano (Centovalli), 300 m, 9. Juni 2007 (Foto: Heiner Ziegler), det. Heiner Ziegler [Forum]
5, ♀: Rumänien, Sighisoara, 380 m, 23. Juni 2008 (Foto: Kuno Martini), det. Kuno Martini [Forum]
6-8, ♂: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Nahe, Bad Münster am Stein, Rotenfels-Götzenstein, 30. Juli 2010 (det. & fot.: Armin Hemmersbach) [Forum]
9, ♂: Rumänien, Oltenia, Mehedinti, 0,5 km SE Gura Vaii, 44.66409, 22.559468, 160 m, Lichtung im trockenen, supramediterranen Eichenwald, Lichtfang, 4. Juni 2011 (Foto: Christian Papé), det. Christian Papé [Forum]
10, ♀: Slowakei, Slowakischer Karst, Brzotín (Dorf am Fuße des nordwestlichen Randes des Silicaer Plateaus), ca. 300 m, ♀ 5. August 2016 am Licht, Eiablage 6. August 2016 (Foto: Andrej Makara) [Forum]
11, ♂: Frankreich, Drôme, Buis-les-Baronnies, 27. Juli 2017, am Licht (Foto: Rayan Majoor) [Forum]


Raupe

1: Deutschland, Brandenburg, Paschenfeld bei Wernsdorf, trockener Eichenwald auf Sandboden, e.o., ♀ leg. Hartmut Rutzen 28. Juli 2005 durch Lichtfang (Foto: Thomas Fähnrich), cult. & det. Thomas Fähnrich [Forum]
2-10: Rumänien, Siebenbürgen, Sighisoara, "Breite" (Plateau unmittelbar W des Ortes, 520 m, Grasland mit vereinzelten, jahrhundertealten Eichen, Quercus robur (Fotos: Kuno Martini), det. Kuno Martini [Forum]
2, L1: 2. August
3-4, L2: 9. August
5, L3: 14. August
6-7, L4: 20. August
8-9, L5: 22. August
10, Präpuppe: 22. August


Puppe

1-2, Kokon und Puppe: Deutschland, Brandenburg, Paschenfeld bei Wernsdorf, trockener Eichenwald auf Sandboden, e.o., ♀ leg. Hartmut Rutzen 28. Juli 2005 durch Lichtfang (Fotos am 4. März 2006: Thomas Fähnrich), cult. & det. Thomas Fähnrich
3-4: Rumänien, Siebenbürgen, Sighisoara, "Breite" (Plateau unmittelbar W des Ortes, 520 m, Grasland mit vereinzelten, jahrhundertealten Eichen, Quercus robur, 26. August 2009 (Fotos: Kuno Martini), det. Kuno Martini [Forum]


Ei

1, Eier aus ♀ siehe Falterbild 5: 25. Juni 2008 (Foto: Kuno Martini), det. Kuno Martini [Forum]
2: Slowakei, Slowakischer Karst, Brzotín (Dorf am Fuße des nordwestlichen Randes des Silicaer Plateaus), ca. 300 m, ♀ 5. August 2016 am Licht, Eiablage 6. August 2016 (Foto: Andrej Makara) [Forum]



Diagnose

Männchen

1-2, ♂: Italien, Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)
3-4, ♂: Ungarn, Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)
5-6, ♂: Bulgarien, Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)


Weibchen

1-2, ♀: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)



Biologie

Habitat

1, Grasland mit vereinzelten, jahrhundertealten Eichen (Quercus robur): Rumänien, Siebenbürgen, Sighisoara, "Breite" (Plateau unmittelbar W des Ortes, 520 m, 25. Juni 2009 (Foto: Kuno Martini) [Forum]


Nahrung der Raupe

Die Raupe dieser Art lebt wahrscheinlich ausschließlich an Eichen (Quercus spp.). Leider wird hier meist keine konkrete Eichen-Art genannt - gut abgsichert ist daher nur die Stiel-Eiche. nach den Fundstellen ist zwingend mit einer Mitnutzung der Trauben-Eiche (Quercus petraea) zu rechnen - was aber noch zu belegen ist: immerhin wurde sie als Futterpflanze in der Zucht bestätigt. Die Angaben zu Gehölzen aus anderen Familien in der Literatur werden im Folgenden diskutiert - sie sind aber sehr wahrscheinlich allesamt falsch!

Quercus robur (Stiel-Eiche): die in Mitteleuropa wahrscheinlich wichtigste Eiablage- und Raupennahrungspflanze (z.B. EBERT (1994, Bd. 4, S. 303)).
Quercus spp. (Eiche): viele Quellen nennen nur "Quercus" oder "Eiche". BERGMANN (1953, Bd. 3, S. 403) fasst zusammen, was hinsichtlich der Raupe allgemeiner Konsens zu sein scheint: "Sie liebt niedrige Büsche, selbst Wurzelausschlag. An hochstämmigen Eichen sitzt sie an den untersten Zweigen ...". Es ist davon auszugehen, dass alle in Mitteleuropa wild wachsenden Eichen auch im Freiland genutzt werden.
Populus sp. (Pappel) ???: In der Zusammenstellung über "Die Schmetterlinge der Schweiz" von VORBRODT (1911) ist zu lesen: "Die Raupe wurde 1904 bei Sissach an Pappeln gefunden, der Falter schlüpfte am 4. April 1905(Müller)". Bei BRYNER (2000) ist hierzu zu erfahren, dass im Zuchttagebuch von August Müller gar keine Pflanze genannt wird, sondern nur steht: "Raupe eingetragen im Sommer 1904. Entwickelt 4.4.1905". Damit wird wahrscheinlich, dass sich A. Müller falsch erinnert hat (oder aber falsch zitiert wurde).
Populus nigra (Schwarz-Pappel) ???: Nach BERGMANN (1953, Bd. 3, S. 403) lebt die Raupe nicht nur an Eichen, sondern "seltener auch an Schwarzpappel (543) oder Weidenbüschen (VORBRODT)." Quelle 543 ist dabei ein "Handschriftliches Verzeichnis aller in der Umgebung von Artern [Thüringen] während ca. 40 Jahren beobachteten Großschmetterlinge", das Otto Wagner im Jahr 1938 zusammengestellt hat. Irrtum ist hier sehr wahrscheinlich.
Salix spp. (Weide) ???: Die Angabe scheint auf VORBRODT (1931) zurückzugehen. Danach lebt die Raupe "an Eichen-, Pappel- und Weidenbüschen". Der Autor ist in vielen seiner Arbeiten hinsichtlich der "Futterpflanzen" der Tiere sehr unkritisch vorgegangen, so dass hier Dutzende krasser Irrtümer Eingang gefunden haben. Die Angabe "Weide" bei Spatalia argentina scheint auch zur Reihe dieser Irrtümer zu gehören. BERGMANN (1953) hat wenigstens noch Quellen genannt. KOCH (1984) hat mit "Eiche, Pappel, Weide" alles daraus unkritisch und ohne Quellennennung oder Gewichtung übernommen. Die Angaben zu Weiden und Pappeln gingen auch in das Werk von DE FREINA & WITT (1987) über "Die Bombyces und Sphinges der Westpalearktis" ein und sind damit wohl nicht mehr auszurotten. So etwa packt BELÍN (2003) alles zusammen und verallgemeinert: „Quercus spp., Populus spp., Populus nigra, Salix spp.“. Dabei spricht doch alles dafür, dass hier grobe Verwechslungen passiert sind. Immerhin war schon bei BRYNER (2000) zu lesen: "In der Zucht wurden die Raupen mit Traubeneiche (Quercus petraea) gefüttert. Schwarz- und Zitterpappel (Populus nigra, Populus tremula) sowie Salweide (Salix caprea) wurden nicht angenommen."
Acer campestre (Feld-Ahorn) ???: Im Internet findet man ja fast alles. So kann man auf der Seite http://www.treknature.com/gallery/photo26334.htm zu einem Falterfoto von Spatalia argentina lesen: "the larva can be found on different plant, Populus and Salix but they prefer Acer campestre where sometime are in very big number." Die Angabe entbehrt sicher jeglicher Grundlage. Da ist der Eintrag in der Wikipedia direkt angenehm: "Die Raupen ernähren sich nach überwiegender Literaturangabe ausschließlich von Eichen (Quercus), insbesondere von Stieleichen (Quercus robur). Koch erwähnt auch Pappeln (Populus) und Weiden (Salix) als Nahrungspflanzen, was jedoch überprüfungsbedürftig ist." Eigentlich hat diese Überprüfung längst stattgefunden ...

(Autor: Erwin Rennwald)



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„die Silberige, wegen der Flecken der Vorderflügel.“
SPULER 1 (1908: 97R)


Andere Kombinationen


Literatur


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